Was hat es mit einem dysregulierten Nervensystem auf sich?

Eigentlich willst du dir mehr Zeit für dich und deine Bedürfnisse nehmen? Doch stattdessen fühlst du dich oft gehetzt und wenn du dann mal Zeit für dich hättest, bist du einfach zu k.o. für eine Yogapraxis und Co? Das klingt ganz nach einem dysregulierten Nervensystem. Was das ist und wie eine Dysregulation entstehen kann, erfährst du in diesem Beitrag.
Inhaltsverzeichnis:

Was ist ein dysreguliertes Nervensystem?

Dazu möchte ich dir zunächst beschreiben, wie du ein reguliertes Nervensystem erkennst: Dieses schwingt harmonisch mit den Anforderungen deines Lebens. Es hat die Flexibilität mehr in die Anspannung zu gehen, wenn du herausgefordert bist. Das ermöglicht es dir, deine Energie zu mobilisieren, um die Situation zu bewältigen. Sobald die Herausforderung vorbei ist, findet es wieder in einen entspannten Zustand zurück, in dem du dich erholen und regenerieren kannst.

Als Beispiel kannst du dir vorstellen, du bist mit dem Auto unterwegs und dir nimmt jemand die Vorfahrt. Dein Nervensystem fährt in dieser akuten Extremsituation blitzschnell hoch, so dass du schnell reagieren und noch rechtzeitig bremsen kannst. Alles gut gegangen, du spürst noch, wie dein Herz rast, dein Atem schnell und flach geht. Doch nach kurzer Zeit hast du dich wieder beruhigt, fährst entspannt weiter und kannst den Vorfall zurücklassen.

Ist dein Nervensystem hingegen chronisch dysreguliert, kommst du im Anschluss an den Vorfall den ganzen Tag nicht mehr richtig runter. Du fühlst dich irritiert, überreizt, regst dich den ganzen Tag noch über den Vorfall auf und bist vielleicht auch grantig zu deinem Partner.

Bei einem dysregulierten Nervensystem kannst du also nicht mehr so flexibel zwischen entspannten und angespannten Zuständen hin und her wechseln. Es ist nicht mehr in Balance. Schon in deinem täglichen “Normalzustand” fühlst du dich nicht sicher und entspannt. Stattdessen bist du entweder in einem Zustand innerer Unruhe, dem Gefühl ständig durchpowern zu müssen, vielleicht bist du auch leicht gereizt. Das Leben fühlt sich eher chaotisch an. Oder aber dein “Normal” ist ständige Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Du fühlst dich eher in einer Starre gefangen.

Kommt dann ein aktivierender Reiz bzw. eine Herausforderung, das kann auch ein Brief vom Finanzamt sein, fährt dein System hoch und bleibt dort, du kannst nicht mehr entspannen. Bis dein Nervensystem sagt: “Es reicht” und ins Gegenteil, also eine Erschöpfung fällt. Dein Nervensystem schwingt also nicht mehr harmonisch, sondern bewegt sich in Extremen. Das kann sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar machen: Vielleicht neigst du zu Stimmungsschwankungen, plötzlichen Energieabfällen oder du kommst einfach nicht zur Ruhe, obwohl du dich erschöpft fühlst.

Wie kommt es zu einem dysregulierten Nervensystem?

Vielleicht denkst du bei Ursachen für ein dysreguliertes Nervensystem zuerst an Stress. Das ist zwar richtig, daneben gibt es allerdings noch weitere mögliche Ursachen, die ich hier einmal für dich aufgelistet habe:

  • Andauernder, also chronischer Stress: Das kann beispielsweise Zeitdruck und eine Überlast an ToDos sein, so dass du keine Ruhe mehr findest. Was jemand als Stress (oder in Nervensystem-Sprache als bedrohlich) ansieht, hängt von der eigenen Bewertung ab. Einem Tiger zu begegnen, würde für dich vermutlich starken Stress bedeuten, für einen Tierpfleger im Zoo nicht.
  • Reizüberflutung: Hallo Smartphone! Gerade unsere modernen Technologien, die eigentlich dein Leben erleichtern sollen, können oft auch zu viel für dein Nervensystem sein.
  • Umwelteinflüsse, wie Lärm, Luftverschmutzung oder Toxine im Essen.
  • Alles was neu und unbekannt ist, kann auf dein Nervensystem gefährlich wirken und es unter Umständen dysregulieren.
  • Sorgen und Ängste: Beispielsweise Existenzängste (gerade bei Selbstständigen), die Angst deinen Partner zu verlieren, Kriege. Manchmal sind dir diese Ängste vielleicht nicht einmal bewusst.
  • Gesundheitsprobleme: Deine eigenen Gesundheitsthemen können dein Nervensystem weiter belasten. Aber auch wenn du dir Sorgen um die Gesundheit deiner Liebsten machst.
  • Du lebst nicht deine eigene Wahrheit: Das kann bedeuten, du verleugnest deine Bedürfnisse, unterdrückst unangenehme Emotionen (z.B. Wut) oder traust dich nicht, deine Meinung zu sagen. Immer wieder machst du Dinge, die du eigentlich nicht machen möchtest. Um anerkannt zu werden, hast du das Gefühl, dich verstellen zu müssen, eine Maske tragen zu müssen. So verleugnest du dich selbst - und das erzeugt chronischen Stress in deinem Nervensystem.
  • Du vergleichst dich häufig mit anderen: Das schürt deine Ängste weiter, dass du noch nicht weit genug oder gut genug bist.
  • Durch frühere Erfahrungen: Je nach den Erfahrungen, die du beispielsweise in deiner Kindheit gemacht hast, kann dein Nervensystem schneller aus der Balance geraten. Beispielsweise, wenn du früh gelernt hast, dass du nur geliebt wirst, wenn du viel leistest. In diese Kategorie gehören auch traumatische Erfahrungen, die eine extreme Belastung für dein Nervensystem bedeuten.

 

Wie du siehst, es gibt eine ganze Menge möglicher Ursachen. Oftmals kommen auch mehrere Ursachen zusammen, vielleicht sind dir einige davon, wie beispielsweise Toxine im Essen gar nicht bewusst.

Was bewirkt ein dysreguliertes Nervensystem?

Warum ist es so wichtig, dass du erkennst, ob dein Nervensystem aus der Balance geraten ist? Einfach weil es sich auf dein ganzes System auswirkt, so dass deine Gesundheit, dein Wohlbefinden, deine Leistungsfähigkeit und deine Erfüllung darunter leiden können. Das liegt unter anderem daran, dass dein Körper in diesem Zustand ständig Stresshormone (v.a. Adrenalin und Cortisol) ausschüttet, die deinen Körper in Alarmbereitschaft versetzen.

 

Das führt unter anderem zu:

  • einer erhöhten Herzfrequenz
  • flachem Atem
  • erhöhtem Blutdruck
  • Verspannungen
  • Verdauungsproblemen
  • Libidolust
  • Erschöpfungszuständen
  • einer verminderten Aktivität des Teiles im Gehirn, der für logisches und rationales Denken zuständig ist
  • einer Ausrichtung auf Gefahren: alles wirkt unsicher, du hast mehr Sorgen und Ängste.
  • einer verminderten Präsenz: du spürst dich selbst weniger und fühlst dich nicht mehr verbunden mit dir, deinen Mitmenschen und deiner Umwelt.
  • überreizten Zuständen: du bist schneller gereizt oder überfordert.

 

Kurz gesagt hängst du im Überlebensmodus fest. Dabei wiederholst du immer wieder alte Muster, aus denen du längst aussteigen wolltest. Kennst du es zum Beispiel auch, dass du versuchst andauernd durchzupowern? Bis dich Erschöpfung überkommt und gefühlt nichts mehr geht? Sobald du dich etwas erholt hast, geht das Ganze wieder von vorne los. Das ist ein ganz typisches Muster, falls dich das also betrifft, bist du damit nicht alleine. Doch gesund ist das nicht. Und du kannst etwas dagegen tun, doch dazu gleich mehr.

Zunächst möchte ich dir noch sagen, dass diese Reaktionen deines Körpers nicht schlecht oder böse sind. Dein Nervensystem ist ein überlebenswichtiges und sinnvolles System. Doch da wir nicht mehr in der Steinzeit leben und vorm Säbelzahntiger fliehen müssen, sehen unsere vermeintlichen Gefahren heute anders aus. Die Anforderungen, die das moderne Leben an uns stellt, können auf dein Unterbewusstsein und damit dein Nervensystem nämlich ebenso gefährlich wirken. Und diese Anforderungen begleiten uns täglich. Als wäre der Säbelzahntiger jeden Tag hinter dir her. Dein Nervensystem versucht dich also mit diesen Reaktionen in jedem Moment zu beschützen.

Was kannst du also tun?

Um dein Nervensystem wieder in Balance aka einen regulierten Zustand zu bringen, muss es in einen Zustand von gefühlter Sicherheit zurückfinden. Diese Sicherheit kannst du dir nicht über den Verstand einreden, du musst deine körperliche und unterbewusste Ebene damit erreichen.

 

Diese Säulen unterstützen dich dabei:

  • Besinne dich auf deine Ressourcen und nutze diese. Eine Ressource ist alles, was dich nährt, stärkt und dir Sicherheit vermittelt.
  • Dabei unterstützen dich auch Tools aus der Nervensystem-Arbeit. Diese helfen dir, dein Stressniveau allmählich zu reduzieren und dich zu regulieren.
  • Nutze die Kraft der Co-Regulation: Suche den Kontakt zu Menschen, die dir ein Gefühl von Sicherheit geben. Du musst das nicht alleine machen. Du kannst dir Unterstützung dazu holen.
  • Wende dich liebevoll dem zu, was dich immer wieder in die Dysregulation bringt. Arbeite an den äußeren Ursachen, den inneren Widerständen und Blockaden.

 

In meinem Workshop Nervous System Care lernst du, wie du über Nervensystem-Regulation in deine innere Stärke und Selbstermächtigung findest.

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Hej du Liebe,


ich bin Susanne. Ich glaube daran, dass du als Frau in der modernen Welt mutig du selbst sein kannst. Dass du deine alten Konditionierungen und Blockaden loslassen kannst. Ich unterstütze dich auf deinem Weg, dein Leben aus deinem Herzen zu erschaffen - im Einklang mit deinem weiblichen Zyklus und deinem Nervensystem. So dass du dir selbst und deinem Weg vertraust.

 

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